Nachgefragt bei...

 

 

 

 

Mirrads

 

Plakatwerbung kann ja jeder. Die Gründer Peter Stahr, Markus Seitle, Andreas Kerscher der Technischen Hochschule Ingolstadt hatten eine andere Idee. Mit ihrem StartUp Mirrads entwickeln sie sogenannte Smart Mirrors. Diese innovativen Spiegel sind mit integrierten Displays ausgestattet, welche eine hologrammartige Darstellung digitaler Werbung ermöglichen. Darüber hinaus finden die Spiegel auch im Bereich der internen Unternehmenskommunikation Anwendung. Und das Projekt findet Anklang: Im HOCHSPRUNG-Award hat sich Mirrads erst letztens gegen 38 Teams aus ganz Bayern durchgesetzt und den 1. Platz belegt. Wir gratulieren! HOCHSPRUNG hat mal nachgefragt, was dem StartUp auf dem Weg zur Gründung geholfen hat...

1. Stellt euch bitte kurz vor: Was genau macht euer Start-up und was ist das Besondere an eurer Geschäftsidee?

Wir entwickeln maßgeschneiderte Smart-Mirror Lösungen als effektives Kommunikationsmittel. Diese innovativen Spiegel sind mit integrierten Displays ausgestattet, welche eine hologrammartige Darstellung digitaler Inhalte im Spiegelbild ermöglichen. Zu Beginn wurden diese Spiegel kostenfrei an spannende und vielbesuchte Locations, wie z.B. Hochschule, Gastronomie-, Sport- und Freizeiteinrichtungen vergeben, um sie dort als innovative und hoch effiziente Werbeflächen zu vertreiben. Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir jedoch vor kurzem ein zweites Geschäftsmodell etabliert und bieten unsere Smart-Mirror Lösungen nun auch zum Verkauf an. So ermöglichen wir es unseren Kunden die Spiegel frei für eigene Zwecke zu nutzen oder selbst darauf Werbeflächen zu vertreiben. Neben einem einmaligen Verkaufspreis für die Spiegel stellen Lizenz-, Wartungs- und Betriebsgebühren wiederkehrende Einnahmequellen dar. Jeder Spiegel ist eine, auf die jeweilige Location abgestimmte, Individuallösung und wird zentral über ein Cloud-Interface verwaltet. Neben klassischem Produkt-, Event- oder Personalmarketing stellt vor allem der Bereich der internen Kommunikation in Unternehmen ein Einsatzszenario mit enormen Wachstumspotential dar.

2. Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

In dem Wahlfach „Innovationsmanagement“ von Prof. Dr. Martin Bader kamen wir im Studium das erste Mal mit der Idee in Berührung, ein eigenes Startup zu gründen. Dort wurden anhand eines Design Thinking Projekts innovative Ideen ausgearbeitet. Die Geschäftsidee, Smart Mirrors zu entwickeln und als Kommunikationsmittel zu nutzen, reifte dann im 5-Euro-Business Wettbewerb.

3. Welche Rolle spielte die Hochschullandschaft für eure Gründungsinitiative? Wovon habt Ihr besonders profitiert (Angebote, Veranstaltungen, Wettbewerbe usw.)?

Nahezu alle Professoren waren für das Thema offen, sodass wir teils sogar in den Vorlesungen und Praktika direkt an unserer Idee arbeiten konnten. Unser Studiengang „User Experience Design“ stellte sich hierbei als geradezu prädestiniert heraus. Das breite Feld an vermittelten Grundlagen von Marketing, BWL, Projektmanagement bis hin zu Design und Softwareentwicklung, stellen einen fundamentalen Grundpfeiler unserer Gründung dar. Neben dem Center of Entrepreneurship und dem studentischen Gründerverein NEWEXIST haben uns viele weitere Personen an der TH Ingolstadt unterstützt. So konnten wir damals auch unseren Smart-Mirror Prototypen an der THI installieren, um erste Kunden zu finden. Das hat uns alles sehr geholfen!

4. Was waren die bislang größten Herausforderungen für euch?

Gründung lässt sich im Grunde als Aneinanderreihung von Herausforderungen beschreiben. Vermutlich ist die größte Herausforderung hierbei sich nicht unterkriegen zu lassen, ganz egal wie groß die nächste Hürde auch scheint. Inzwischen habe ich sogar den Eindruck: Je schwerer und schmerzhafter ein Thema ist, desto wertvoller und wichtiger ist der Output. „No Pain – No Gain“ gilt also nicht nur im Fitnessstudio!

5. Welche Empfehlung oder welchen Tipp möchtet ihr anderen Gründern und Gründungsinteressierten mit auf den Weg geben?

Hier fällt mir spontan ein Zitat eines anderen Ingolstädter Gründers ein: „Die Antwort auf alle eure Fragen hat immer der Kunde!“. Ich würde daher jedem empfehlen seine Ideen und Ansätze so schnell wie möglich am realen Markt zu testen. Wer sich nur im „Kämmerchen“ versteckt und bis zur Perfektion an seinem Produkt tüftelt, wird erst sehr spät lernen welche Bedürfnisse der Kunde wirklich hat. Ganz gleich wie sicher man sich ist, diese bereits zu kennen! Daher mein Tipp: Bezieht eure Zielgruppe von Anfang an mit ein. Wertvolles Feedback kann man auch bekommen, ohne zuvor hunderte Stunden in einen Prototypen zu stecken, den am Ende keiner will. Meist ist ein Pitch Deck, ein paar Skizzen oder ein Click-Dummy völlig ausreichend.

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